Weiter südwärts zu den Pinguinen

Aber machen wir zuerst einen Sprung zurück. Als wir in Madryn einen Wäschetag (morgens bringen, abends holen) verbringen müssen, lernen wir Evelyn und Bruno aus dem Zürcher Unterland kennen, die mit einem VW Bus grossen Renault unterwegs sind. Von ihnen erfahren wir vieles über Reisen in Lateinamerika, denn sie waren schon 1970 hier unterwegs. Und dies mit einem alten Jeep Jahrgang 1949. Herrliche schwarz-weiss Bilder, die sie uns zeigen.

Sie waren es dann am Tag nach dem Einbruch, die uns meldeten, dass unser Fall in der Regionalzeitung – unter Unfälle und Verbrechen – publiziert worden ist. Und sie reisten uns nach Playa Union nach, um uns mit Kabeln, Ladegeräten und sonst Nützlichem aus ihrem Fundus auszustatten. An dieser Stelle nochmals ganz herzlichen Dank für eure Hilfe. Da wir noch das neue Tablet abholen mussten, reisten sie vor uns südwärts weiter.

 

Dies taten dann auch wir. Aber weil wir kein Internet mit genügend Leistung fanden, konnten wir das neue Tablet noch nicht wie gewohnt für die Navigation einsetzen. So navigierten wir für ein paar Tage auf dem Handy mit der App, die eben auch auf dem Tablet läuft.

 

 

Bei den Pinguinen in Punta Tombo und Cabo Dos Bahias

 

Als erstes wollten wir die Pinguin Kolonie von Punta Tombo ansteuern. Sie gilt als die grösste Kolonie von Magellan Pinguinen (die kleinsten Pinguine mit einer Grösse von ca. 60cm). Man zählte hier offenbar schon bis zu 400'000 Tiere.

Pinguine sind einfach schnuckelige Tiere. Wenn sie so daher watscheln sieht es für mich immer so aus, als ob sie gerade in die Hosen gemacht hätten.

Sie sind aber sehr zielstrebig. Wir konnten viele dabei beobachten, wie sie aus dem Meer kommend hunderte von Metern landeinwärts auf den sogenannten «Pinguin-Autobahnen» watscheln, bis sie ihr Nest wieder erreicht haben. Wenn es bergauf geht, machen sie ab und zu Pause und schauen sich um, wer sonst noch unterwegs ist Richtung Meer oder nach Hause.

Viele waren auch am Brüten. Das Schlüpfen der Jungen hat aber noch nicht begonnen.

Teilweise geht man auf Laufstegen, unter denen die Tiere frei durchgehen können. Trifft man einen Pinguin mal auf einem Weg für Besucher, hat er natürlich absolutes Wegerecht und der Besucher macht den Weg frei. Ein als «Covid-Abstand» bekannter Freiraum muss gewährt werden.

Später übernachten wir am Cabo Raso, wo wir feststellen, dass man als Landbesitzer durchaus auch einen Obolus für eine Übernachtung im Reisemobil verlangen kann, wenn man sonst keinen Service (Dusche, WC) anzubieten hat. Dann halt. Wir haben diesen Abend alleine an der Bucht genossen und sogar der Wind war uns gnädig gestimmt.

Über Camarones, welches um diese Jahreszeit im Tiefschlaf liegt, im Sommer aber durchaus Touristenströme haben soll, erreichen wir Cabo Dos Bahias, wo man die zweitgrösste Kolonie der Magellan Pinguine besuchen kann. Auf dem Weg dorthin treffen wir wieder auf Evelyn und Bruno, die es sich hier an einer kleinen Bucht gemütlich gemacht haben.

 

Spezialität der Kolonie hier ist, dass sich Pinguine und Guanacos das Revier teilen, was zum Teil herrliche Bilder (Fotos) ergibt. Weil am Eingang grad keine Tickets vorhanden sind, dürfen wir sie gratis besuchen.

 

Als wir auf dem Rückweg in Camarones einen Kaffeehalt bei der Tankstelle machen wollen, sind natürlich Evelyn und Bruno auch schon wieder da. Wir trinken Kaffee, nutzen das WiFi und laden die Handys. Was Reisende halt so tun….

 

Die Nacht verbringen wir in einem breiten Bachbett bei völliger Stille. Schön, wiedereinmal zu hören, dass man nichts hört.

 

Und nach diesem Abstecher zu den Pinguinen sind wir durchaus froh, nach 250 Kilometern auf Schotterstrassen unterschiedlicher Qualität wiedermal auf Asphalt zu rollen.